Telefonuhr

Uhren scheinen es mir angetan zu haben und sie bieten sich optimal für kleine Mikrocontroller-Projekte an. Egal ob die Uhrzeit über Display, LEDs, Instrumente, Servos, oder wie hier über Lautsprecher vermittelt wird, immer steht ein Mikrocontroller im Mittelpunkt und die Resultate eignen sich als praktische, persönliche Geschenke.

Diesmal ist ein nettes Accessoire für ein Wohnzimmer entstanden.

Diese Uhr wird wie ein normales Telefon über Telefonnummern bedient. Neben der reinen Zeitansage ist noch einen Wecker integriert, der natürlich für ein stilechtes Klingeln des Telefons sorgt. Außerdem sind mehrere Funksteckdosen ansteuerbar, sodass sich auch die Wohnzimmerbeleuchtung elegant ein- und ausschalten lässt.

Details

Die Uhrzeit lässt sich auf 3 verschiedene Arten ansagen, abhängig der gewählten Telefonnummer. Neben einer einmaligen Ansage, ist der Zeitansagestil der BRD und der DDR nachempfunden, jeweils unter den damals geltenden Nummern 119 und 019. Per Programmierung lässt sich die Steuerung einer Funksteckdose mit dem Wecker verbinden, sodass gleichzeitig zum Wecker klingeln die Kaffeemaschine eingeschaltet wird, oder ähnliches. Betrieben wird die Uhr mit einem 5V Netzteil. Ist es nicht angeschlossen, läuft die Zeit über eine Pufferbatterie weiter. Die Funksteckdosen sind von Elro (Serie 440C), es gibt aber auch von anderen Firmen kompatible Funksteckdosen.

Aufbau

Die Basis bildet ein Atmega8L Mikrocontroller. An ihn ist über I2C eine Echtzeituhr (DS1307) und über ein paar weitere Pins das Soundmodul WTV020SD angeschlossen. Das Soundmodul lässt sich sehr einfach ansteuern und spielt WAV-Dateien ab, ein kleiner Lautsprecher (hier der Telefonhörer) kann direkt angeschlossen werden. Da die Originalklingel erst ab 20V Rechteckspannung anfängt zu klingeln, sorgt hier der Vibrationsmotor eines alten Handys für die Bewegung des Hammers. Leider wird dadurch Klingeln um einiges leiser, sodass es unter Umständen nicht mehr zum aufwachen ausreicht. Aber als Kurzzeitwecker oder Erinnerung den Fernsehr einzuschalten, reicht es allemal. Mit einem kleinen Funkmodul (433MHz), wie dem FS1000A, lassen sich bestimmte Funksteckdosen problemlos ansteuern.

Schaltplan

Zugegeben, der Schaltplan ist etwas chaotisch, enthält aber alles wichtige: Die Wählscheibe hat 3 Anschlüsse. Dabei schalten 2 Kontakte gegen eine Masse. Der Kontakt WAHLENDE bleibt geschlossen bis alle Impulse übertragen sind. WÄHLSCHEIBE gibt währenddessen soviele Impulse ab, wie die Zahl, die gewählt wurde (wobei 10 Impulse für die 0 übertragen werden). Für alle Kontakte sind die internen Pullups aktiviert. Der Kontakt AUFGELEGT geht zu dem Schalter, der beim Hörer abnehmen schließt wird. Er ist bei mir parallel zu dem weißen Taster (vorn) geschaltet, sodass es egal ist, ob der Hörer abgenommen, oder nur die weiße Taste gedrückt wird.